Fasching
Dieser Begriff wurzelt in der deutschen Sprache und wird bereits im 13. Jahrhundert erwähnt. Die Worte “vaschanc” und “vaschang” deuten sprachlich auf den “Fastenschank” hin. Der Fastenschank war im Mittelalter der letzte Ausschank alkoholischer Getränke und läutete die Fastenzeit ein. Ebenfalls das nordische “fostugangr” sowie das mittelniederdeutsche “vastang” waren Vorläufer für den heutigen Fasching, dessen Endsilbe “-ing” jüngeren Ursprungs ist.
In Bayern, Franken, Nordbaden, Sachsen, Brandenburg aber auch in Österreich feiert man den Brauchtum des Faschings. Zu diesem Anlass werden auch die aufwändig gestalteten Faschingskostüme präsentiert. 0908-3e
Die Fastnacht
Die Fastnacht erreicht ihren Höhepunkt in der eigentlichen Fastnachtswoche vom schmotzigen/unsinnigen oder auch glombiga Donnerstag (von Schmotz = Schmalz, weist auf die in Schmalz gebackene Fastnachtsküchle hin) bzw. Weiberfastnacht über den Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag bis zum Fastnachtsdienstag (auch Veilchendienstag). Insbesondere gibt es am Rosenmontag entsprechende Umzüge – wobei sich Rosen auf das Verb rasen und nicht auf die Blume bezog. Nach anderen Interpretationen zufolge verdankt der Rosenmontag seinen Namen dem vierten Fastensonntag, dem Rosensonntag.
In den Karnevalshochburgen finden die größten Umzüge statt: Köln, Mainz, Düsseldorf, Eschweiler, Euskirchen, Bonn, Koblenz, Krefeld, Duisburg, Aachen und Dülken.
Es gibt auch große Umzüge mit mehreren Hunderttausend Besuchern weiter südlich, etwa in Frankfurt am Main (Fastnachtssonntag), Mannheim (Fastnachtssonntag), Wombach (Fastnachtssonntag) Würzburg, Karlstadt/Main (jeweils Fastnachtssonntag) oder Karlsruhe (Fastnachtsdienstag). Der traditionelle Schoduvel in Braunschweig (Fastnachtssonntag) ist als der größte Umzug im norddeutschen Raum bekannt.
Es gibt Umzüge am Samstag (Nelkensamstag), Sonntag (Orchideen- oder Tulpensonntag) und Dienstag (Veilchendienstag) in den Stadtteilen, Städten und Dörfern um diese Hochburgen herum. Seit Jahrzehnten findet am Karnevalssonntag der größte Kinderkarnevalszug Europas in Duisburg-Hamborn statt. Kostüme basteln für Karneval und Fasching Forum
Der Karneval endet um Punkt Mitternacht in der Nacht zu Mittwoch wobei die Karnevalisten in dieser Nacht aus Tradition eine Strohpuppe (den so genannten Nubbel) als Verantwortlichen für alle Laster der karnevalistischen Tage (vor allem wegen des ausgegebenen Geldes) verbrennen. In den niederrheinischen Städten wie Duisburg Mönchengladbach, Krefeld, Wesel oder Kleve und Düsseldorf wird der so genannte Hoppeditz zu Grabe getragen. Ursprünglich war dieser eine typisch niederrheinische Narrenfigur. Mit den mittelalterlichen Hofnarren und mit Till Eulenspiegel hatte dieser Schelm oder Hanswurst Ähnlichkeiten. Der kleinen Leute Brauch war es, so wird es berichtet, im 18. und 19. Jahrhundert am Niederrhein, in der Nacht auf Aschermittwoch ausgerüstet mit Stangen (an denen Würste hingen) durch die Straßen zu laufen und lustige Lieder zu singen.
In der Neuzeit
Viele Bräuche gerieten zum Teil wieder in Vergessenheit, da die Reformation die vorösterliche Fastenzeit abschaffte und somit auch die Fastnacht ihren Sinn verlor. Bis heute ein Sinnbild der katholischen Mentalität ist der Karneval. Dass auch in evangelischen Gegenden Fastnacht gefeiert wird, Während ältere Fastnachten in Südwestdeutschland sich nach wie vor in katholischen Gebieten finden lassen, ergab sich durch einen regelrechten Fastnachtsboom in den 1990er Jahren. Basel hat in der Schweiz einen Sonderstatus: Die Stadt feiert traditionelle Fastnacht, trotz des seit Jahrhunderten vorherrschenden Protestantismus eine alte.
Vor allem auf Schlössern und an den Fürstenhöfen rauschende Karnevalsfeste wurde im Barock und Rokoko gefeiert, welche sich stark an die italienische Commedia dell’Arte anlehnten.
Während in den Städten vermehrt Handwerkszünfte – und dort insbesondere die jungen Gesellen – die Fastnacht ausrichteten, übernahm, vor allem auf Schlössern und an den Fürstenhöfen rauschende Karnevalsfeste, im frühen 19. Jahrhundert das Bürgertum die Festveranstaltung, da Zünfte in den Spätfolgen der Französischen Revolution und dem Einmarsch von französischen Truppen unter Napoleon an Bedeutung verloren bzw. aufgelöst wurden. Nach wie vor feierte das Bürgertum zwar närrische Redouten, die Straßenfastnacht war aber nahezu ausgestorben. Zur Wiederbelebung 1823 in Köln wurde so eine neue Art der Straßenfastnacht begründet: der heutige Karneval.
Insbesondere in anderen Gebieten, d.h. vor allem in Österreich, dem Elsass, der Schweiz, Bayern und Baden-Württemberg, blieben ältere Formen erhalten. Nachdem sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch hier der Karneval durchsetzte, wurde, besonders in Baden-Württemberg, bis heute somit zwischen Karneval und schwäbisch-alemannischer Fastnacht unterschieden, bis nach dem Ersten Weltkrieg eine Rückbesinnung der alten Formen gefordert wurde, welche sich in der Gründung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte 1924 manifestierte.
In anderen Ländern konnten sich der Fasching und der Karneval kaum etablieren, womit viele Bräuche in England aufgrund der Reformation Heinrichs VIII. in Vergessenheit gerieten, die sich daher auch nicht in den USA festigen konnten. Als einzige Ausnahme, wie bereits erwähnt, gilt hier historisch bedingt New Orleans.
Fasching wurde oftmals während der Zeit des Nationalsozialismus für propagandistische Zwecke eingesetzt, siehe hierzu Fasching während des Nationalsozialismus.

